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Ausbildung, Studium, Quereinstieg – bei der Bundeswehr ist alles drin

Der Neue Wehrdienst ist gerade in aller Munde. Klar, das sorgt für Unsicherheit bei jungen Menschen. Aber es lohnt sich, einen genaueren Blick auf die Bundeswehr zu werfen, die mit über 250.000 Mitarbeitenden einer der größten Arbeitgeber in Deutschland ist. Zum einen wird die Tätigkeit im Dienst der Bundesrepublik als sinnstiftend betrachtet, zum anderen sind die Verdienstmöglichkeiten bei der Bundeswehr äußerst attraktiv. Auch die Karrierewege sind so vielfältig wie bei kaum einem anderen Arbeitgeber. Denn die Bundeswehr ist mehr als ein Heer an Soldatinnen und Soldaten. Egal ob Ausbildung, Studium oder Quereinstieg: Hier gibt es für fast alle eine passende Option.

Mehr als „nur“ Soldat

Bei Bundeswehr denken wir automatisch an militärische Laufbahnen. Wir haben Soldatinnen und Soldaten vor Augen, die in Camouflage-Anzügen durchs Feld robben. Wir sehen Panzer vor uns. Und wir denken an die Luftwaffe, die in Kriegs- und Krisengebieten Hilfsgüter abwirft. Das ist die eine Seite der Bundeswehr. Auf der anderen Seite stehen zivile Laufbahnen: Du kannst in zahlreichen Berufsbildern eine Ausbildung machen und aus einer Vielfalt an Studiengängen wählen. Ob Fachkraft für Lagerlogistik, Fluglotse, Mediengestalter, Kommunikationsexperte oder Ingenieur: Hinter den Kulissen braucht es all diese Menschen, damit das Gesamtkonstrukt Bundeswehr funktionieren kann. Deine Chancen auf eine Karriere bei der Bundeswehr hängen vor allem von deinem Schulabschluss, deinen Interessen und deinen Fähigkeiten ab.

So kannst du Karriere machen

Freiwilliger Wehrdienst: Ausprobieren statt verpflichten

Seit 2011 ist die Wehrpflicht ausgesetzt. Das Ende der Dienstpflicht gilt jedoch nur in Friedenszeiten. Im Spannungs- und Verteidigungsfall kann sie wieder aktiviert werden. An dieser Stelle steht Deutschland gerade. Angesichts der aktuellen Entwicklungen auf der Welt will sich die Bundesrepublik wappnen. Deshalb steht der Neue Wehrdienst zur Debatte, der den freiwilligen Wehrdienst ersetzen soll (Stand: August 2025) – zugunsten derer, die ihn absolvieren. Diesen winkt mit der Neuen Wehrpflicht eine bessere Besoldung sowie ein besserer Status: Der Status „Soldat auf Zeit“ soll so bereits vom ersten Tag an gelten und nicht erst bei gewünschter Übernahme mit Ende des freiwilligen Wehrdienstes.

Weil der Neue Wehrdienst noch nicht in Kraft ist, schauen wir uns den bisherigen freiwilligen Wehrdienst an. Dieser ist eine gute Möglichkeit, wenn du erst einmal in die Bundeswehr hineinschnuppern willst.

Hier kommen die wichtigsten Eckdaten:

  • Du startest mit einer Grundausbildung als Soldat. Danach spezialisiert du dich auf einen Dienstposten.
  • Dauer: 7 bis 23 Monate
  • Sold: zwischen 1.800 und 2.200 Euro im Monat (je nach Dienstgrad)
  • Mindestalter: 18 Jahre (17 Jahre mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten)
  • Voraussetzung: deutsche Staatsbürgerschaft, erfüllte Schulpflicht, medizinische Eignung
  • Wenn’s dir gefällt, ist danach eine Übernahme als Soldat auf Zeit möglich.
Soldat auf Zeit: Länger bleiben, mehr Chancen

Beim bisherigen Soldaten auf Zeit (Stand: August 2025) verpflichtest du dich für mindesten zwei Jahre. Bis zu 25 Jahre sind maximal drin.

Die wichtigsten Eckdaten für dich:

  • Mindestalter: 18 Jahre (17 Jahre mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten)
  • Du bekommst eine allgemein-militärische Ausbildung plus Spezialisierung
  • Was für dich je nach Schulabschluss drin ist:
    • ab 9 Jahre Schulzeit: Karriere im Bereich Mannschaften
    • ab Hauptschulabschluss: Karriere im Bereich Unteroffiziere
    • ab Abitur: Karriere im Bereich Offiziere
  • Voraussetzungen: deutsche Staatsbürgerschaft, Fitness und Gesundheit, Eignungstest
  • Nach deinem Dienst als Soldat auf Zeit kannst du dich als Berufssoldat bewerben.
Ausbildung bei der Bundeswehr: Mehr als nur Uniform

Kaum zu glauben, aber die Bundeswehr bietet neben der militärischen Ausbildung über 50 zivile Ausbildungsberufe mit anerkanntem Abschluss. Wenn du ohnehin mit einer dualen Ausbildung liebäugelst, dann check doch einfach mal deine Chancen bei der Bundeswehr. Was alles drin ist:

  • technische Berufsausbildung, z.B. Elektroniker, Fachinformatiker, Industriemechaniker
  • kaufmännische Berufsausbildung, z.B. Kaufleute für Büromanagement, Kaufleute im Gesundheitswesen, Verwaltungsfachangestellte
  • handwerkliche Berufsausbildung, z.B. Anlagenmechaniker, Metallbauer, Tischler
  • medizinische Berufsausbildung, z.B. Medizinische oder Tiermedizinische Fachangestellte, Zahntechniker
  • sonstige Berufsausbildungen, z.B. Koch, Fotograf, Gärtner, Chemielaborant
  • Auch Beamtenausbildungen (z.B. Verwaltungswirt) sind möglich.
  • Voraussetzungen: deutsche Staatsbürgerschaft, mindestens Hauptschulabschluss
Studium bei der Bundeswehr: Akademischer Abschluss mit Uniform

Dir schwebt nach dem Abitur oder der Fachhochschulreife ein Studium vor? Auch das ist bei der Bundeswehr möglich – sogar in kürzerer Zeit. Das Wichtigste im Überblick:

  • Studienorte: Hamburg und München
  • Du kannst aus mehr als 60 Studiengänge wählen, z.B. Maschinenbau, Luft- und Raumfahrttechnik, Informatik, BWL, Sportwissenschaft, Human Resources Management, Wirtschaftswissenschaften
  • Verkürzte Studiendauer durch Trimester: Du machst deinen Bachelor in 21 Monaten und deinen Master in 15 Monaten – also deutlich schneller als an normalen Unis.
  • Vor dem Studium machst du eine einjährige militärische Grundausbildung.
  • Verpflichtung: Durch dein Studium mit Offizierslaufbahn verpflichtest du dich zu mindestens 13 Jahren als Soldat auf Zeit bei der Bundeswehr.
  • Auswahlverfahren: häufig über ein Assessment-Center
Quereinstieg Bundeswehr: Auch mit Berufserfahrung spannend

Vielleicht bist du aber auch schon einen Schritt weiter: Du hast deine Ausbildung oder dein Studium erfolgreich abgeschlossen und suchst nach einer neuen Herausforderung? Dann bist du auch als Quereinsteiger bei der Bundeswehr willkommen. Worauf es ankommt:

  • Zivile Berufe: Du hast eine abgeschlossene Berufsausbildung und etwas Berufserfahrung
  • Mit einem Studienabschluss ist der Einstieg als Offizier möglich.
  • Voraussetzungen: deutsche Staatsbürgerschaft, Volljährigkeit, körperliche Fitness und je nach Laufbahn einen bestimmten Abschluss
  • Auswahlverfahren: Oft musst du einen Einstellungstest bestehen.

Der nächste Schritt

Ob Uniform, Ausbildung, Studium oder Quereinstieg: Die Bundeswehr ist mehr als nur „Wehrpflicht“. Vielleicht liegt genau hier dein nächster Karriereschritt. Die Bundeswehr bietet dir viele Möglichkeiten – vom zeitlich befristeten Wehrdienst bis hin zu einem kompletten Berufsleben. Wenn du neugierig bist und Fragen hast, kannst du dich direkt im Live-Chat beraten lassen oder ein unverbindliches Gespräch mit der Karriereberatung der Bundeswehr vereinbaren.

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