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Wie viel landet am Ende auf deinem Konto?

Wer eine Ausbildung beginnt, freut sich auf die erste Gehaltszahlung. Doch schnell taucht die Frage auf: Warum ist das ausgezahlte Geld auf dem Konto weniger als die vereinbarte Summe im Ausbildungsvertrag? Die Antwort liegt im Unterschied zwischen Brutto und Netto. Schon mal davon gehört?

Unterschied zwischen Brutto und Netto

Den Unterschied zwischen deinem Brutto und Netto merkst du nicht nur während der Ausbildung. Er wird dich dein gesamtes Berufsleben und selbst im Rentenalter noch begleiten.

Das Bruttogehalt ist das in deinem Ausbildungsvertrag vereinbarte Gehalt vor allen Abzügen. Dein Brutto ist immer die Grundlage für alle Berechnungen. Dass am Ende des Monats eine geringere Summe auf deinem Konto landet, ist den Abzügen geschuldet. Dein Nettogehalt ist nämlich der Betrag, der nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben am Ende noch übrigbleibt.

Im Durchschnitt bleiben dir während der Ausbildung rund 80 % des Bruttogehalts. Wie hoch der Abzug am Ende genau ist, hängt von verschiedenen Faktoren wie Steuerklasse, Familienstand oder Kirchenzugehörigkeit ab.

Ausbildungsvergütung: Wie hoch fällt sie aus?

Die Höhe deiner Ausbildungsvergütung hängt von dem Berufsbild, der Branche, dem Bundesland, der Unternehmensgröße und einem möglichen Tarifvertrag ab. So kann es sein, dass deine Ausbildungsvergütung von der deiner Mitschüler in der Berufsschule abweicht, obwohl ihr den gleichen Beruf erlernt.

Es gibt jedoch eine gesetzliche Mindestvergütung. Diese wird jährlich angepasst und liegt aktuell bei 682 Euro im Monat (Stand: 2025). Liegt ein Tarifvertrag vor, richtet sich die Vergütung nach dessen Regelungen.

Laut Berufsbildungsgesetz ist deine Ausbildungsvergütung gestaffelt. Das heißt, sie steigt mit jedem Ausbildungsjahr an und wird in der Regel am Monatsende ausgezahlt. Hast du am letzten Werktag im Monat deine Ausbildungsvergütung noch nicht auf dem Konto, solltest du zeitnah Kontakt zur Personalabteilung aufnehmen.

Abzüge vom Bruttogehalt

Die Ausbildungsvergütung in deinem Ausbildungsvertrag ist dein Bruttogehalt. Von diesem werden zwei Faktoren abgezogen, zum einen Steuern, zum anderen Sozialabgaben. Alle Abgaben werden automatisch vom Lohn abgezogen, so dass du dich um nichts kümmern musst.

Steuern

Es kann sein, dass du zu Beginn deiner Ausbildung noch keine Steuern zahlen musst. Das wird sich aber im Laufe deiner Zeit als Azubi:ne sicher ändern. In Deutschland gibt es nämlich einen Grundfreibetrag. Bis zu dieser jährlichen Einkommensgrenze zahlst du als Azubi, wenn du alleinstehend bist, keine Lohnsteuer. Aktuell liegt dieser Grundfreibetrage bei 12.096 Euro im Jahr (Stand: 2025). Im Jahr 2026 soll dieser auf 12.384 Euro angehoben werden.

Übersteigt dein Jahreseinkommen (inklusive Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld oder vermögenswirksame Leistungen) diesen Betrag, fällt Lohnsteuer an. Die Höhe der Lohnsteuer ist von deiner Steuerklasse abhängig. Als Azubi:ne hast du vermutlich Steuerklasse 1 – zumindest dann, wenn du unverheiratet bist und keine Kinder hast.

Und dann gibt es da noch die Kirchensteuer. Wenn du Mitglied einer Kirche bist, wird dir diese Steuer ebenfalls von deiner Ausbildungsvergütung abgezogen.

Sozialabgaben

Neben den Steuern werden auch Sozialabgaben von deinem Bruttolohn einbehalten. Dazu zählen deine Beiträge zur Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Diese Abgaben werden zur Hälfte vom Arbeitgeber getragen. Deinen Anteil zieht der Ausbildungsbetrieb automatisch vom Gehalt ab und leitet ihn entsprechend weiter.

Brutto-Netto-Rechner als Hilfe

Da die Höhe des Nettogehalts individuell sehr unterschiedlich ist, können Brutto-Netto-Rechner im Internet einen guten Anhaltspunkt geben. Mit deiner ersten Lohnabrechnung kannst du übrigens leichter nachvollziehen, welche einzelnen Beträge für welche Sozialabgabe und wie viel Lohnsteuer von deiner Vergütung abgezogen wurden.

Apropos: Als Azubi bist du in der Regel nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Aber es hat Vorteile, wenn du es dennoch tust. Welche, das erfährst du in diesem Beitrag.

Fazit

Deine Vergütung im Ausbildungsvertrag wirkt oft höher als sie letztlich auf dem Konto ankommt. Doch die Abzüge sind wichtig, da sie deiner sozialen Absicherung dienen. Mit dem Wissen um Brutto und Netto bist du gut vorbereitet, um deine Finanzen realistisch einzuschätzen.

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