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Warum du schon jetzt an später denken solltest

Altersvorsorge klingt für viele Azubis oder Berufseinsteiger erstmal staubtrocken und weit weg. Klar, du hast gerade erst mit dem Arbeiten angefangen und willst dein Gehalt für coole Freizeitaktivitäten, den Führerschein oder die erste eigene Wohnung nutzen. Aber: Wer schon früh ein bisschen was zurücklegt, hat später deutlich mehr Spielraum. Und keine Sorge – es geht nicht darum, gleich hunderte Euro im Monat weg zu sparen. Schon kleine Beträge können durch Zinsen und Zuschüsse von Arbeitgebern zu einem ordentlichen Polster werden. Deine Altersvorsorge kannst du auf drei Säulen aufbauen: der gesetzlichen, der betrieblichen und der privaten Altersvorsorge. Was sich dahinter verbirgt, erfährst du hier.

Die verschiedenen Säulen der Altersvorsorge

Die gesetzliche Rente – nur die Basis

Mit deinem Ausbildungsbeginn zahlst du automatisch in die gesetzliche Rentenkasse ein. Das ist wichtig, reicht aber später nicht, um deinen Lebensstandard zu halten. Warum?

  • Du zahlst heute für die aktuelle Rentengeneration ein. Die nächsten Generationen werden für deine Rente einzahlen. Aber:
  • Wegen des demografischen Wandels gibt es später weniger Einzahler, dafür aber viele Rentner.
  • Im Alter bekommst du also nicht viel mehr als eine Grundsicherung – und die deckt gerade so das Nötigste.

Sobald du 27 Jahre alt bist, bekommst du deinen ersten Rentenbescheid und siehst schwarz auf weiß, was dich im Alter ungefähr erwartet. Spoiler: Es ist weniger, als du denkst.

Betriebliche Altersvorsorge (bAV) – dein Arbeitgeber hilft mit

Viele Unternehmen bieten eine betriebliche Altersvorsorge an. Dabei wird ein Teil deines Gehalts direkt vom Bruttolohn abgezogen und in eine Zusatzrente investiert. Das nennt sich Entgeltumwandlung. Und die hat Vorteile:

  • Du sparst Steuern und Sozialabgaben.
  • Dein Arbeitgeber bezuschusst in der Regel die bAV – manchmal übernimmt er sogar die kompletten Beiträge.
  • Die Abwicklung läuft unkompliziert über deinen Arbeitgeber.

Aber Achtung: Wenn du den Job wechselst, ist nicht sicher, dass dein neuer Arbeitgeber den Vertrag weiterführt. Dann kannst du ihn beitragsfrei stellen oder selbst weiterzahlen.

Vermögenswirksame Leistungen (VL) – geschenktes Geld nutzen

Frag unbedingt nach, ob dein Arbeitgeber Vermögenswirksame Leistungen zahlt. Das sind zwischen 6 und 40 Euro im Monat, die dein Arbeitgeber zusätzlich in einen Sparvertrag einzahlt – quasi geschenktes Geld.

  • Laufzeit: 6 Jahre.
  • Anlagemöglichkeiten: Bausparvertrag, Banksparplan oder Lebensversicherung.
  • Am Ende kannst du frei über das Ersparte verfügen.

Gerade als Azubi oder junge Fachkraft lohnt sich das, weil du selbst nur wenig einzahlen musst.

Private Altersvorsorge – selbst aktiv werden

Neben der gesetzlichen und der betrieblichen Rente gibt es auch die private Vorsorge. Hier entscheidest du selbst, wie du sparen oder investieren willst:

  • private Rentenversicherung oder Riester-Rente
  • Fonds oder ETF-Sparpläne
  • Immobilien oder Bausparverträge

Wichtig: Erst Rücklagen bilden (Faustregel: drei Monatsgehälter auf einem Tagesgeldkonto), dann ans Investieren denken. Und achte darauf, dass deine Sparmodelle flexibel sind – falls du mal weniger Geld zur Verfügung hast.

Schulden vermeiden – Rücklagen sichern

Bevor du jedoch ans große Vorsorgen denkst, gilt: keine Schulden machen und bestehende Kredite abbezahlen. Denn Altersvorsorge lohnt sich nur, wenn du finanziell stabil bist. Plane auch ein, dass mal Phasen ohne Einkommen kommen können, z. B. nach der Ausbildung oder bei einem Jobwechsel.

Altersvorsorge ist kein Thema, das man auf später verschieben sollte. Je früher du anfängst, desto leichter fällt es dir – und desto größer ist dein Polster im Alter. Nutze alle Möglichkeiten: gesetzliche Rente als Basis, betriebliche Vorsorge mit Arbeitgeberzuschuss, geschenktes Geld über Vermögenswirksame Leistungen und private Sparmodelle. Schon kleine Beträge können mit der Zeit Großes bewirken. Dein zukünftiges Ich wird dir danken!

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